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Jesus – Der Roman, Walter Wangerin

jesus.jpgÄhnlich – indem es auch eine fantasievolle und doch bibeltreue Erzählung des Lebens, Tods und der Auferstehung von Jesus ist – und trotzdem ganz anders als Dorothy L. Sayers’ Hörspiel, dieses Buch hebt die menschliche Seite von Jesus (und seinen Weggefährten) hervor: innere Kämpfe, Enttäuschung, Müdigkeit, Frustration, Angst, Streit, Verzweiflung, aber auch leidenschaftliche Liebe, Hingabe, unfassbare Freude, alle haben ihren Platz in den komplizierten Begebenheiten und Beziehungen.

Wer hätte gedacht, dass die Mutter …

Grumpy Old Man über Postmodernismus

Europa hat sich (seit 1968) verändert! (Die USA erst seit den 90er Jahren.)

  • Rationalismus, die Herrschaft der Naturwissenschaft, Respekt vor Wissen, Autorität, Logik sind vorbei, weil sie versagt haben
  • Wichtig sind: Gefühle und Eindrücke, eigene Erfahrung, Beziehungen, Toleranz, Meinungsaustausch. Niemand mehr hat das Recht zu behaupten, er habe Recht. Jeder ist gleichgestellt. Jede Meinung ist gültig. Wir sind alle voneinander abhängig. Es gibt keine Absolute.

Diese Tatsache kann man nicht verneinen oder rückgängig machen. Für die aktuelle Eu40-Generation (Europäer unter 40 J) ist dies alles …

Darky Green – Adrian Plass

Ein krasses Buch, schockierend sowohl wegen der seelischen Korruption der Haupttäter, wie auch wegen der masslosen Gewalt.

Kann es das geben: ein Junge so innerlich verbittert, durch Kindheitserlebnisse so verletzt, sein Gewissen so abgestumpft, wie Darky – selbstsüchtig, prahlerisch, der seine helle Freude daran hat, unschuldige Menschen zu terrorisieren, durch seine ‘Leibwächter’ zusammenschlagen oder deren Besitz zerstören zu lassen?

Ja, jener Teil des Buchs ist glaubwürdig. Tragisch, aber vielleicht wahrer als man meint. Auch die optimistischen Versuche der ‘Anständigen’, ihm Vernunft beizubringen kann man annehmen. Aber die ‘Gorillen’ sind für mich übertrieben; so gewalttätig und gewissenlos zu leben ist für mich kaum denkbar.

Das Buch hat mich enttäuscht. Zu viele Details bleiben ungeklärt. Gegen Schluss ist die Gewalt unfassbar und fast unerträglich. Und es fehlt eine Botschaft. Was ist der Sinn des Buchs? Ein oberflächlicher Psychothriller? Das genügt mir nicht. Und als solches ist es nicht besonders gut.  Von einem Mann ausgeprägten Humors, der auch tiefe seelisch-geistliche Prozesse versteht, und eine starke Botschaft der siegende Liebe vermittelt, hätte ich mehr erwartet.

Absolut Plass – Lesung mit Adrian Plass

Ja, Adrian Plass war da, in der Back Station in Winterthur. Das konnte ich nicht verpassen!

Mit seiner trockenen englischen Humor plaudert er vor sich hin – vom geschenktem “Bustenhalter” (das Wort hat er so gern, kann aber das “ü” nicht aussprechen) bis zur Auseinandersetzung mit seinem 17-jährigen Sohn, bei der es nur einen Ausweg gäbe: er wusste noch nicht genau wann oder wie, aber umbringen müsste er ihn! – über lustige Missverständnisse, fromme Heuchelei, seine eigenen Versagen, und Liebe. Man spürt seine Abneigung gegen amerikanische Supergeistlichkeit – “I’m going to ask you – right now – just wherever you are sitting right now – right now – to turn to the person sitting next to you – right now – and just exchange your clothes with him or her. Right now! Don’t be ashamed, we’re all Christians here. Just take off your clothes and swap them with the person sitting next to you. Right now!” Man wird angeleitet, mit wildfremden Sitznachbarn die beschämendsten Sünden zu bekennen. Ist das nicht gewagter, als im Gottesdienst die Kleider zu tauschen?

Zwei Aufgaben hätten Christen auf dieser Welt: geliebt zu sein, und etwas zu tun. Einfach etwas, aus dem Geliebtsein. Es gäbe genug Not zur Auswahl!

Zum König geboren – Dorothy L. Sayers

Was bewegt eine Krimiautorin in der Kategorie von Agatha Christie ein Hörspiel über das Leben von Jesus zu schreiben? Und wie hatte sie wohl die Frechheit, im Jahr 1943 solch eine menschliche Betrachtung dieses grössten Drama der Weltgeschichte zu dichten?

Das Buch ist eine leidenschaftlich starke Darstellung des Lebens Jesus, aus einer unerwartet menschlichen Perspektive. Die Alltagssprache bringt echte, lebensfröhliche oder verwirrte Personen zum Vorschein: eine Maria Magdala – ehemalige Tänzerin und Sängerin für die römischen Soldaten – lässt sich in eine passionierte Anhängerin ihres Helden verwandeln, voll Heiterkeit, Tiefgang und einer Hingabe, die sie nicht einmal vor dem Kreuz ausweichen lässt; oder ein Matthäus, der einfache bodenständiger Realist, der Jesus über alles liebt. Schockierend ist z.B. die Entdeckung in Judas Ischariot eines sehr intelligenten, politisch aufgeklärten, überzeugten und ergebenen Nachfolgers, der Jesus leider missversteht, und ihn verrät, in der Überzeugung, er bewahrt ihn vor dem grossen Fehltritt – und seinen Fehler fürchterlich bereut.

Auch die Ausseinandersetzungen zwischen den jüdischen Priestern und Ältesten, Pilatus und seiner Frau sind überraschend lehrreich: ein Kaiaphas, der die Meinung vertritt, die neue Weltordnung könne man nicht widerstehen, der einzige Ausweg für das Volk Israel sei die Kompromissbereitschaft mit den römischen Herrschern, und die Erwiderung Josefs von Arimathea: Ist es möglich, dass er sah, was du sahst, und wollte lieber die Tür weit aufwerfen? Nicht, um auszuschliessen, sondern, um einzuschliessen? Nicht, um Israel an Rom zu verlieren, sondern, um Rom in die Herde Israels aufzunehmen?

Ein spannendes Buch von einer teifgläubigen gelehrten Katholikin, die Jesus sowohl theologisch wie auch menschlich versteht und über allem liebt. Viele fantasievolle Details faszinieren und führen zum Nachdenken: Kinder, Dienstmädchen zeigen unerwartete Ansichten; der Hauptmann bei der Kreuzigung war der gleiche, dessen Diener Jesus geheilt hatte – eine spannende Begegnung; Balthasar, einer der Weisen aus dem Morgenland, der dem Jesuskind Myrrhe brachte, erscheint wieder – wieder von einem Stern geleitet – bei der Kreuzigung, und sieht seine prophetisches Zeichen in Erfüllung gehen.

Ein altes Buch – “The Man Born to be King” – leider auf deutsch schon lange vergriffen, das viel mehr Beachtung verdient. Und die Aufnahmen der 12 BBC-Episoden vom Jahr 1942 (und mehrerer Wiederholungen) existieren noch, wurden aber nie herausgegeben. Schade, schade!

Die Brücke über die Drina – Ivo Andric

visegrad-bridge-1900.jpgdrina.jpgObwohl als Kroat (= katholisch) erzogen, scheint Andric tiefe Einsicht in die verschiedenen ververmischten Kulturen östliches Bosnien zu haben. Und sie sind sehr speziell! Die meisten Bosnier sind “Türken” (= Muslime), aber es gibt betrachtliche Zahlen von Kroaten (= kath.), Serben (= orthodox), Juden (spanisch-sprechend!) und Zigeunern. Die meisten leben unbekümmert, ohne Ehrgeiz, ziemlich fatalistisch und eher religiös, und sind abgeneigt gegen Veränderungen und neue Entwicklungen.

Interessanterweise sieht die Gottesfurcht ähnlich aus bei Serben, “Türken” und anderen: sie haben Ehrfurcht und Achtung vor dem Schöpfer/Gesetzgeber, und verwenden eine ähnliche Sprache, sogar wenn sie miteinander über Gott reden. Aber religiöse Rituale (unterschiedlich zwischen den verschiedenen Gruppen) sind sehr wichtig. Und für uns unverständlich. Die “Türken” lieben es, im Hörbereich des Muezzin zu leben, und finden das Kreuz und die Kirchenglocken einen Gräuel.

Die Österreichische (= kath.) Annektierung führte neuezeitliche Ideen und systematische Strukturen und Regeln ein, mit denen die Einheimischen sehr grosse Probleme hatten. Die sich bekriegenden Ungläubigen (= Christen!) während dem ersten Weltkrieg können die “Türken” überhaupt nicht begreifen: eine tragische Erbe!

Sehr gut geschrieben, Andric erfasst die Leben und Ereignisse vieler einzelnen Menschen und interkultureller Begegnungen. Würdig des Nobelpreises!

Ein Buch für English-lovers! Mother Tongue, von Bill Bryson

014014305×01_aa180_sclzzzzzzz_v39961103_1.jpgLustige und z.T. faszinierende Hintergrund- Informationen und Anekdoten rund um die englische Sprache. Ein paar Kostproben:

  • Englisch ist eine Mischsprache. Aber mehr als die Hälfte der Alltagswörter sind angelsächsischen Ursprungs, trotz späterem Einfluss der Dänen und Normannen. “We feel more at ease getting a hearty welcome (ex-angelsächsisch) than after being granted a cordial reception (ex-französisch)”
  • “English also has a commendable tendency towards conciseness, in contrast to many languages. German is full of jaw-crunching words like Wirtschaftstreuhandgesellschaft, Bundesbahnangestelltenwitwe, and Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz…”
  • Und natürlich die Wortspiele: “How do you prove in three steps that a sheet of writing-paper is a lazy dog? 1. a sheet ofwriting-paper is an ink-lined plane; 2. an inclined plane is a slope up; 3. a slow pup is a lazy dog!” QED

Und eine knappe Woche später…

img_9348s.jpg… waren wir in Wales! Das ist wirklich nicht unser normalen Lebensstil, aber es gab dort wieder ein Familientreffen, diesmal der GB-Verwandten. Anlass war die Hochzeit meiner Nichte. Hektisch – Zug nach Genf, easy Jet nach Bristol, Mietauto bis Porthcawl, 2 Nächte im B&B am Strand, inzwischen die Hochzeit, und das ganze wieder zurück! Am Montag um 01:00 waren wir zu Hause. Und Meli musste um 05:00 wieder aufstehen!

Suomessa

img_9134s.jpgEine Woche verbrachten wir Ende Oktober in Finnland. Der Anlass war Riittas Schwesters 40. Geburri. Und zum ersten Mal seit 30 Jahren waren alle sechs Geschwister (+ Anhang) dabei!Ich habe wenig verstanden, aber es war eine schöne Abwechslung!

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