Der, die oder De-Generation?

Oder: Was haben Java-Programmierung, argentische Tomaten und Volleyball gemeinsam?

Bei Sokrates taucht die Problematik schon auf: Generationskonflikte. Noch viel früher liest man davon z.B. in Genesis. Keinen Konflikt erlebten wir, Gott sei Dank, als unser Sohn bei uns zu seinem 29. Geburtstag eingeladen wurde. Aber ganz krass zeigten sich die unterschiedlichen Lebensanschauungen der 2 Generationen. Ich habe sie früher einmal die Eu40 (Europäer unter 40) und die Ü40 genannt, oder die “Lässigen Linken” und “Rationalen Rechten”. Andere verwenden die virwirrenden Begriffe der “Moderne” und “Postmoderne” (oder umgekehrt).

Unsere Gespräche nach dem neuzeitlichen Read more

Grumpy Old Man über Postmodernismus

Europa hat sich (seit 1968) verändert! (Die USA erst seit den 90er Jahren.)

  • Rationalismus, die Herrschaft der Naturwissenschaft, Respekt vor Wissen, Autorität, Logik sind vorbei, weil sie versagt haben
  • Wichtig sind: Gefühle und Eindrücke, eigene Erfahrung, Beziehungen, Toleranz, Meinungsaustausch. Niemand mehr hat das Recht zu behaupten, er habe Recht. Jeder ist gleichgestellt. Jede Meinung ist gültig. Wir sind alle voneinander abhängig. Es gibt keine Absolute.

Diese Tatsache kann man nicht verneinen oder rückgängig machen. Für die aktuelle Eu40-Generation (Europäer unter 40 J) ist dies alles Read more

Shaped by Our Stories, Brian McLaren

Habe mir gestern diesen Vortrag (aus einer Kleingruppenkonferenz von Willow Creek in Illinois im 2005) von BMcL angehört. Nichts revolutionäres, aber das erste Mal, dass ich seine Stimme höre!

Er betont die Wichtigkeit von Erzählungen: eine Erzählung hört man lieber zu und versteht man besser als eine theoretische Abhandlung. Aber, was mir wichtig dünkt, ist seine Behauptung, dass wir durch das Erzählen von Erlebnissen sowohl uns selbst, wie auch unsere Zuhörer, formen: wer anderen schöne Erfahrungen mit Freude und Dankbarkeit weitererzählt, der prägt seine eigene Lebenseinstellung und die seiner Gesprächspartner zum Positiven; wer ständig jammert und kritisiert formt sich (und seine Zuhörer) zu Klagegeistern.

Auf der andere Seite kann man andere zu guten Taten animieren, in dem man von eigenen Hilfeleistungen erzählt (Gefahr: Prahlerei!). Er empfielt das regelmässige Nachfragen innerhalb einer Kleingruppe: was hast du in der letzten Woche Schönes erlebt? was hast du in der letzten Woche Gutes getan?

So praktiziert er seine Prinzipien auch; er erzählt einige eigene positive Erlebnisse und animiert die Anwesenden zum Austauschen untereinander. Wertvolle Impulse!

The 3 hardest words in the world to get right, Leonard Sweet

Ich habe aufgegeben – nach etwa der Hälfte! Zu postmodern für mich! Das passiert mir sonst nie.

Er erkennt zwar Wichtiges, zB die Signifikanz der Metageschichte (metanarrative), ein Konzept, das in der Regel von Postmodernen verworfen wird; oder, dass die christliche Botschaft nicht die Erfüllung sondern die Tranzendesenz des Selbst anstrebt.

Es geht um die Bedeutung der 3 Worte "Ich liebe dich" für diese postmoderne Welt. Jedes Wort wird ausführlich behandelt. Aber mich irritiert die z.T. saloppe Schreibweise, zu viele Banalitäten und Insider-Zwischenbemerkungen, die m.E. zu einem ernsten Sachverhalt nicht passen.

Ich habe besseres zum Lesen. Sorry, Leonard!

statt “postmodern”?

So ein blöder Begriff: postmodern! Ich knorriger Greis soll “modern” sein, weil ich rationalistisch/platonisch/analytisch denke und klare Strukturen schätze. Und die anderen – die aktuelle beziehungsorientierte Generation, die nichts anderes als Relativität und Pragmatismus kennt, ganzheitlich denkt und vernetzt lebt – sollen “postmodern” sein!?

In einer Gegenüberstellung verwendete ich die Begriffe “rationale Rechte” ggü “lässige Linke” (nicht politisch gemeint; sie mussten einfach gemäss ihrer Weltanschauung rechts oder links im Saal sitzen.)

Habt ihr bessere Ideen?